Hundewelpen bekommen normalerweise, wenn die Mutter entsprechend geimpft wurde, Antikörper bereits von ihrer Mutter. Das heißt, in den ersten Wochen sind die Welpen gegen die Infektionskrankheiten, gegen die die Mutter geimpft wurde, geschützt. Das Problem ist, dass mit einem bestimmten Alter nur noch ein Teil dieser mütterlichen Antikörper vorhanden ist. Diese schützen nicht mehr ausreichend vor einer Infektion, verhindern aber, dass die Welpen auf die Impfungen ansprechen. Dies ist die sog. Immunologische Lücke. Da man nicht 100% sagen kann, wann die mütterlichen Antikörper verschwunden sind, werden Welpen meist zweimal geimpft. Das erste Mal im Alter von 8 Wochen, das zweite Mal mit 12 Wochen. Um ganz sicher zu sein, sollten Welpen nochmals mit 16 Wochen geimpft werden. Dann kann davon ausgegangen werden, dass die Welpen ideal geschützt sind. Das Ganze wird dann nach einem Jahr nochmals wiederholt. Jetzt kann von einer guten Grundimmunisierung ausgegangen werden.


Impfempfehlung für Welpen und Junghunde sowie Hunde mit ausreichender Grundimunisierung


8. Lebenswoche: Staupe (S), Hepatitis (H), Parvovirose (P), Leptospirose (L) (möglichst aktuelle Impfstoffe), Zwingerhusten (Pi)

12. Lebenswoche: SHPPiL + T

16. Lebenswoche: evtl. SHPPiL

1 Jahr: SHPPiL + T

Danach jedes Jahr: L + Pi

Alle 3 Jahre: SHP + T


Was MUSS geimpft werden!

  • Tollwut
  • Parvovirose
  • Staupe

Deutschland ist zwar offiziell tollwutfrei, jedoch ist die Impfung gegen Tollwut gesetzlich vorgeschrieben, wenn der Hund am Reiseverkehr teilnimmt. Auch besteht die Gefahr, dass ungeimpfte Hunde aus dem Ausland nach Deutschland kommen. Daher ist auch eine Impfung von Hunden, welche nur in Deutschland bleiben, sinnvoll. Diese Gefahr durch importierte Hunde besteht prinzipiell auch bei Parvovirose und Staupe.


Hepatitis contagiosa canis (ansteckende Leberentzündung; HCC):

Kommt in Deutschland sehr selten vor, jedoch besteht die Gefahr der Ansteckung bei nicht geimpften Hunden aus dem Ausland. Der Impfstoff gegen HCC schützt auch gegen Erreger des Zwingerhustens.

Impfschutz: 3 Jahre

 

Leptospirose:

Die meisten Impfstoffe beinhalten nur zwei Varianten der Leptospirose. Diese werden allerdings selten bei Hunden nachgewiesen. Daher besteht nur ein begrenzter Impfschutz gegen Leptospirose. Geimpft werden sollten alle Hunde, die gerne schwimmen oder Kontakt zu Wildnagern (Jagdhunde) haben.

Impfschutz: 6 Monate bis 1 Jahr

 

Parainfluenza:

Das Parainfluenza-Virus ist ein Haupterreger des Zwingerhustens. Daher sollten vor allem junge Hunde geimpft werden, die häufig Kontakt zu Artgenossen haben. 

Impfschutz: 1 Jahr

 

Bordetella bronchiseptica (Bb):

Bb ist ebenfalls ein Erreger des Zwingerhustens. Geimpft wird nicht durch Injektion, sondern der Impfstoff wird in die Nase geträufelt. Diese Impfung empfiehlt sich besonders bei erhöhtem Infektionsdruck (Ausstellung, Hundepension, Hundeschule). Bb sollte 3 Wochen vor einer erhöhten Infektionsgefahr geimpft werden.

Impfschutz: 1 Jahr

 

Borreliose:

Die Impfung gegen Borreliose wird kontrovers diskutiert, da trotz häufigen Infektionen Erkrankungen selten sind. Dagegen treten durch die Impfung oft Nebenwirkungen auf. Die auf dem Markt erhältlichen Impfstoffe enthalten entweder Borreliose-Arten, die nicht häufig in Deutschland vorkommen, oder aber nicht sehr gefährlich für Hunde sind. Da Borreliose nur durch Zeckenkontakt übertragen wird, sollte eher auf eine ausreichende Zeckenprophylaxe geachtet werden.

 

Herpesvirus:

Geimpft werden nur Zuchthündinnen. Dadurch können Erkrankungen und Todesfälle bei den Welpen verhindert werden.

Impfschutz: 1 Jahr

 

Dermatophyten (Hautpilze):

Empfohlen wird die Impfung nur in Problembeständen und als Therapieunterstützung bei hartnäckigen Erkrankungen.

Impfschutz: 1 Jahr

 

Leishmaniose:

Leishmaniose wird durch kleine Mücken (Schmetterlingsmücke) übertragen, und kommt vor allem südlich der Alpen vor. Für die Infektion ist also ein Stich einer infizierten Mücke notwendig. Zur Zeit besteht für Hunde, welche in Deutschland bleiben, noch keine Infektionsgefahr, allerdings wird schon von einzelnen Gebieten berichtet (z.B. Rheinebene), in der sich diese Mücken auch in Deutschland halten können.

Impfschutz: 1 Jahr


Quelle: dr-tier.de