Corny Feet

EIN SCHRECKGESPENST VERLIERT SEINE WIRKUNG

Das Schreckgespenst „Corny Feet“ (Digitale Hyperkeratose) beim Irish Terrier ist schon lange keines mehr. Gerne wurde und wird es immer noch als Druck- und Einschüchterungsmittel genutzt, um andere Zuchtstätten zu diskreditieren und Welpenkäufer zu verunsichern. Was genau ist eigentlich Corny Feet? Diese Krankheit, die in den letzten Jahren in Deutschland nicht mehr auftrat und auch weltweit auf dem Rückzug ist, kann Hunde beiderlei Geschlechts betreffen. Es handelt sich um eine Erbkrankheit, bei der der Hund unter rissigen Pfoten leidet, die ihm bei jedem Schritt Schmerzen verursacht. Heilbar ist Corny Feet nicht. Ein Hund leidet ein Leben lang darunter. Einher geht diese Krankheit mit einem starken Krallenwachstum, verstärkter Hornhautbildung und meistens auch mit einem auffälligen Fell, das für den Laien „nicht gesund“ aussieht – es fehlen die gewünschte, kräftige Struktur, oftmals Unterwolle und betroffene Hunde zeigen eine eher gräuliche Fellfarbe. In der Tat ist Corny Feet keine schöne Sache und es gilt, auch nichts zu beschönigen. In der Vergangenheit haben verantwortungsvolle Zuchtstätten die Elterntiere, die CF vererbt haben, aus der Zucht genommen. Auch wurde mit Wurfgeschwistern von betroffenen Hunden nur sehr vorsichtig weitergezüchtet. So hat man im Laufe der Zeit durch Selektion die Krankheit gut in den Griff bekommen. Doch wie entsteht Corny Feet? Beide Elterntiere müssen Anlageträger sein, damit Hunde an CF erkranken. Dabei zeigen die Elterntiere keine Anzeichen auf rissige Pfoten und sind auch selbst gesund, können die Krankheit jedoch an ihre Nachkommen weitergeben. Man spricht also von einem autosomal rezessiven Erbgang. Andere Rassen haben ebenfalls solche autosomal rezessiven Krankheiten wie zum Beispiel die Kupferspeicherkrankheit beim Bedlington Terrier oder die Von-Willebrand-Krankheit beim Manchester Terrier. Gerade diese beiden Rassen machen uns vor, wie man seriös und auch züchterisch sinnvoll mit autosomal rezessiven Krankheiten umgehen kann – vor allem, wenn man wie im Fall bei den Irish Terriern einen eindeutigen Gentest vorliegen hat. Der Genpool der Irish Terrier ist – wie bei fast allen Rassen – mit der Zeit immer kleiner geworden und droht weiter zu schrumpfen. Deshalb ist es enorm wichtig, mit möglichst vielen, unterschiedlichen und gesunden Hunden zu züchten. 

Anlageträger, die CF vererben könnten, sind per se gesund und mit dem richtigen Partner, der natürlich kein Anlageträger sein darf, werden nur gesunde Hunde geboren. Mit kranken Hunden darf laut Tierschutzgesetz nicht gezüchtet werden und zudem muss jeder Irish auch durch die Zuchtzulassung, in der nochmals die Pfoten auf Auffälligkeiten untersucht werden. Zudem muss ein Gentest vorgelegt werden. Die Aussage mancher „Züchterkollegen“, dass „andere“ mit kranken Hunden züchten, ist also schlicht und ergreifen eine ganz billige und falsche Denunziation. Hier wird der Begriff „erbkrank“ (= Anlageträger) mit „erkrankt“ gleichgesetzt – was faktisch falsch ist – und damit Welpenkäufer ganz bewusst verunsichert. Als Züchter haben wir zwei Möglichkeiten, um gesunde Welpen zu züchten: 1. Kein Anlageträger x Kein Anlageträger = Gesunde Welpen, die keine Anlageträger sind 2. Anlageträger x Kein Anlageträger = Gesunde Welpen, die zum Teil Anlageträger, zum Teil kein Anlageträger sind. Das Risiko, einen CF-kranken Welpen zu züchten ist damit gleich Null! Vorausgesetzt, die Elterntiere sind getestet. Ein Test kostet übrigens nur 68 Euro pro Hund bei www.antagene.com. Es gibt vereinzelt noch Tiere, die Anlageträger sind und mit denen gezüchtet wird. Mit Hilfe des Gentests kann jedoch garantiert werden, dass keine kranken Welpen zur Welt kommen. Jeder gesunde Irish Terrier, der die Kriterien der Zuchtzulassung erfüllt, ist für den Genpool wertvoll – auch die Anlageträger, die mit dem richtigen Partner gesunde Welpen hervorbringen! Sinn und Zweck des Gentests ist es 1. die Anlageträger eindeutig zu identifizieren 2. eine Entscheidungshilfe für Verpaarungen zu liefern und 3. mit der Zeit das schadhafte Gen gänzlich in der Rasse zu eliminieren. Verunsichterte Welpenkäufer brauchen also bei ihrem Züchter nur nach dem Gentest zu fragen oder lassen sich ihn am besten zeigen. Verantwortungsvolle Züchter testen ihre Hunde sowieso vor Zuchteinsatz und haben sicherlich keine Scheu, dies auch zu belegen. Und aufgeklärte Welpenkäufer lassen am besten die Finger von Züchtern, die versuchen, mit dem vermeintlichen Unwissen der Welpenkäufer, andere Zuchtstätten durch bewusste Falschinformation in Verruf zu bringen. Wie schön, dass es den Gentest gibt! Und wie schön, dass es Irish Terrier gibt, eine der gesündesten Rassen überhaupt!